Academic journal article Fu Jen Studies: literature & linguistics

Lebens- Und Todesauffassung Bei Max Frisch: Triptychon. Drei Szenische Bilder

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Lebens- Und Todesauffassung Bei Max Frisch: Triptychon. Drei Szenische Bilder

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ENGLISH ABSTRACT

The themes of Max Frisch's works include youth, crises of identity and culture, and relationships between humans and technology. These themes are ultimately tied to the conception of life and death he explored throughout his career, from before 1945 until his death in 1991, especially in his late play Triptychon (1978). As the title suggests, Frisch connects three scenes in a triptych: a funeral service, a scene in the underworld, and a man's imagined conversation with his deceased lover about their life together. Frisch enthusiastically illustrates the importance of experiencing different spiritual transformations in life as a strategy for facing the inevitable truth of death. This essay first surveys Frisch's overall engagement with the theme of life and death. Secondly, it examines the operation of this theme in Triptychon, comparing published versions of the text with Frisch's own draft in Max Frisch--Archiv Zurich. Finally, it draws some conclusions about Frisch's philosophical intentions in this literary work.

Einleitung

Wenn man in den Werken von Max Frisch die Thematik "Jugend" oder "Jung-sein, "Rolle and Identitat" oder "Bildnis" eingehend studiert, ist es nicht schwer zu entdecken, dass er sich stitndig mit den existentiellen Elementen beschsftigt and versucht hat, in seinen Werken mit dem. Gedanken uber die Moglichkeit, ein authentisches Leben zu fuhren, in dem das innere wahre Wesen eines Individuums ausgedruckt wird, zu spielen: ob es uberhaupt ein "Heilmittel" (evtl. Moglichkeit) gegen das nichtauthentische Leben gibt, ein Leben, das leer und sinnlos ist. Dieser Themenkreis hangt unmittelbar mit seiner Lebens- und Todesauffassung zusammen, er zieht sich wie ein roter Faden durch seine Werkc hindurch. Das wird besonders deutlich in seinem spfiten Drama Triptychon. Drei szenische Bilder, (1) das jedoch in der Forschung noch nicht genfigend berucksichtigt wurde. (2) Mir scheint das Thema besonders wichtig zu sein, zumal der "Tod" die Schriftsteller des 20. Jahrhunderts sehr stark bewegt, so Magda Motte, ,vielleicht mehr als in Zeiten allgemeinen Seinsvertrauens und christlicher Glaubensgewissheit" ("Der Mensch vor dem Tod" 489).

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand des Dramas Triptychon von Frisch herauszufinden, wie die Thematik "Leben Tod" in seinem Spatwerk fungiert. Zu fragen ist auch, wie Frisch seine Lebens- und Todesanschauung darstellt und ob und wie er mit fiktionaler Problembehandlung gegen die Ratlosigkeit im Leben angeht angesichts der allgemeingfiltigen Kontingenzprobleme wie Leben und Tod, mit denen jeder konfrontien wird. Unter Berucksichtigung der im Max Frisch-Archiv Zurich gesammelten Unterlagen versuche ich herauszuarbeiten, wie dieses Drama als ein Dokument der Lebensphilosophie Frischs verstanden werdcn kann.

Max Frisch und das Thema "Tod"

Frischs Beschaftigung mit dem Thema "Tod" lasst sich in drei Phasen gliedern: die erste Phase umfasst den Zeitraum von 1931 bis vor dem Zweiten Weltkrieg, in der hauptsuchlich das Erstlingswerk Jurg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt (1933/34) als ein literarisches Beispiel fur seine Auseinandersetzung mit dem Tod dient, (3) da dieses Werk den Schmerz der Schwerkranken zur Aussprache bringt, in dem er anhand des Gesprachs zwischen dem Protagonisten und der Schwerkranken die Euthanasie thematisiert. (4) Zu dieser Zeit war es, so wie Dimitris Depountis festgestellt hat, ein Versuch Frischs, fiber das bisher tabuisierte Thema "Tod" zu schreiben, um sich "von traditionsgegebenen Formen des Umgangs mit dem Tod" (5) zu losen. Wenn man aber seine spaten Werke eingehend studiert, scheinen die Sensibilisierung fur politisch gesellschaftliche Zusammenhange und die Darstellung von Zeitproblemen, also vom Verdrungen des Todes, massgebend fur seine Art des Schreibens uber den Tod zu sein. Solche Sensibilisierung nennt Adolf Muschg ,Empfindsarnkeit" bei Frisch, die er als "Versicherung gegen das Erstarren, [. …

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