Academic journal article Trames

Komposition Und Personenfuhrung in Xenophons Symposion Als Paradigma Seiner Erzahlkunst

Academic journal article Trames

Komposition Und Personenfuhrung in Xenophons Symposion Als Paradigma Seiner Erzahlkunst

Article excerpt

1. Xenophons Leben (1)

Angesichts des Ruckgangs des Unterrichts des Griechischen auf den derzeitigen hoheren Schulen, kann man nicht mehr voraussetzen, dass der Name Xenophons sofort die Erinnerung an dessen Anabasis wach ruft und der Leser sich schmunzelnd an die Wegformel erinnert "evrsuBsv S' snopsuBpoav Sia X oxaBgoug Y napaaayyaq Z" ("von dort aber marschierten sie in x Tagen Y Parasangen"), mit der Xenophon die unter seiner Fuhrung von dem Herr der griechischen Soldner zuruckgelegten Wegstrecken vom Euphrat zur Kuste des Schwarzen Meeres miteinander verband. Daher durfte es angebracht sein, gleich eingangs den Mann und sein Werk vorzustellen. Xenophon, der Sohn des Gryllos, war von seiner um das Jahr 430 v. Chr. erfolgten Geburt her Athener und Angehoriger einer wohlhabenden aber politisch untatigen Familie. Er selbst diente in der Kavallerie und gehorte wie viele wohlhabende junge Manner zu dem Kreis um Sokrates, der nicht gerade demokratisch gesinnt war. So nimmt es nicht wunder, dass er 404/403 auf Seiten der 30 Tyrannen deren antidemokratische Schreckensherrschaft unterstutzte und nach deren Sturz die Gelegenheit ergriff, sich als einer der Anfuhrer des Soldnerheeres dem persischen Prinzen Kyros zur Verfugung zu stellen, so dass er sich wahrend des Prozesses gegen Sokrates im Jahr 402 v. Chr. ausser Lande befand. Er durfte vorher zum engeren, aber nicht zum engsten Kreis um Sokrates gehort haben, der ihn vor seiner Abreise nach Kleinasien wegen der Befragung des delphischen Orakels beriet. (2) Er befand sich im Jahr 401, als Sokrates zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, auf dem Feldzug des Kyros gegen seinen Bruder Artaxerxes. Nach dessen Tod und der Ermordung der griechische Feldherren fuhrte er als der jungste die 10000 griechischen Soldner an die Kuste des Schwarzen Meeres zuruck, (3) um sie 399 dem spartanischen Feldherrn Thibron zu ubergeben. Als dieser r in einer Schlacht in der Maanderebene durch den persischen Satrapen Struthas getotet worden war, (Xen.Hell.rV.8), schloss sich Xenophon dem spartanischen Konig Agesilaos an, in dessen Philipp von Makedonien unterstutzendem Kontingent er 394 auch an der Schlacht bei Chaironeia teilnahm (Xen.An.V.3.6) (4) Ob er deshalb (DL II.51) oder wegen seiner Teilnahme an der Schlacht bei Cheironeia auf der Seite der Gegner der mit Athen verbundeten Booter (Xen.An.V.3.6) aus Athen verbannt wurde, ist umstritten. Die nachsten 20 Jahre, die er auf dem ihm von Agesilaos geschenkten Gut im elischen Skillus (Xen.An.V.3; DL II.52) verbrachte, waren die menschlich glucklichsten seines Lebens. Dort teilten seine Gemahlin Philesia und seine beiden Zwillinge Gryllos und Diodoros sein Leben, wahrend er sich mit der Jagd, der Landwirtschaft, der Bewirtung von Freunden und der Abfassung seiner Historien beschaftigte. Damals errichtete er ausserdem der Artemis einen Tempel und heiligen Bezirk (Xen.An.V.3.7-13; vgl. Strab.VIII.7.5 [C387]). Als die Eleer nach der Schlacht bei Leuktra (Xen.Hell.VII.4.4-16) gegen Skillus zu Felde zogen (371 v. Chr.), ist er samt seinen Sohnen nach Korinth gezogen, wo er vermutlich trotz der 365 erfolgten Aufhebung seiner Verbannung aus Athen bis zu seinem 354 oder bald danach erfolgten Tod wohnen blieb (DLII.56) und den grossten Teil seiner Schriften verfasste. (5) Fur seine fromme und mannliche Gesinnung moge der Bericht uber sein Verhalten zeugen, als ihn die Nachricht erreichte, dass sein Sohn Gryllos in der Schlacht bei Mantineia (362 v. Chr.) gefallen war. (6) Da er gerade mit einem Opfer beschaftigt war, hatte den Kranz von seinem Haupt genommen. Als er aber horte, dass Gryllos als ein Held gefallen sei, hatte er ihn mit den Worten wiederaufgesetzt: "Ich wusste, dass er als Sterblicher von mir gezeugt ist." (DL II.51-55).

2. Xenophons Schriften

In Korinth ist er vermutlich trotz der 365 erfolgten Aufhebung seiner Verbannung aus Athen bis zu seinem nach dem Jahr 355 erfolgten Tod geblieben, wo er wahrscheinlich den grosseren Teil seiner Schriften verfasste. …

Search by... Author
Show... All Results Primary Sources Peer-reviewed

Oops!

An unknown error has occurred. Please click the button below to reload the page. If the problem persists, please try again in a little while.