Academic journal article Studia Musicologica

"Best to Have the Opera House Bombarded": An Unpublished Letter by Hugo Wolf

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"Best to Have the Opera House Bombarded": An Unpublished Letter by Hugo Wolf

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Hugo Wolf's correspondence is engaging particularly on two counts, quite independent of each other, and in some ways not even easily to reconcile. The letters give us an idea what musical life inVienna in the last quarter of the 19th century - an Eden in the eyes of its complacent protagonists - must have seemed to a devotedWagnerian.1 And they reveal a world-view of ingrained pessimism, agnosticism or skepticism vis-à-vis religion and metaphysics: intellectual trends spreading over Austria and Germany at the time, yet, in Wolf's case, in fascinating tension to conservative leanings in matters of literary taste, the decidedly classicist poetic preferences (Johann Wolfgang Goethe, Eduard Mörike, Emanuel Geibel, Gottfried Keller, Paul Heyse) that guide many of his major works.

The library of the University of Music and Dramatic Arts Graz (Austria) recently acquired a letter of the 18-year-old Hugo Wolf to his father that has been hitherto unpublished:

Herr Tomschegg [,] mit dem ich mich recht gut unterhalten [,] wird Ihnen das morgen erzählen.

LieberVater!

für die 20 fl danke ich bestens, es war mir wirklich sehr viel geholfen u. ich denke, daß ich diese kleine Schuld bald getilgt haben werde. Es ist wahrhaft schrecklich, daß der geschäftliche Gang noch immer so stockt u. dazu noch die Paßivität der Mutter, wodurch das Übel nur noch empfindlicher wirkt. Ja ich glaube gern u. begreife auch ganz gut, wenn Sie oft nicht wissen wo Ihnen der Kopf steht u. das Dümmste dabei ist noch das, daß ich nicht einmal helfen kann u. als müßiger Zuschauer in der Ferne nur nach einem, - freilich sehr billigen u. wohlfeilen - Mittel greifen könnte - dem Trost. Klingt es doch komisch, daß ich, der selbst trostbedürftige nun meinem besten Tröster wieder mit Trostworten entgegen-kommen soll, um - doch wozu der vielenWorte? Am Ende sieht einem der trau-rige Realismus doch schon wieder aus jeder Ecke entgegen u. ich werde nicht gar so unrecht haben, wenn ich den Trost mit einem Rausch vergleiche. So lange man in diesem halbbewußten Zustand sich befindet [,] vergießt man alles Leiden, man sieht alles viel rosenfarbener, man setzt sich über alles leichter hinweg; hat man sich aber ausgeschlafen u. steht wieder auf geraden Beinen, dann tritt einemumso unangenehmer die starre Wirklichkeit, nackt u. nüchtern entgegen und um so schwerer fühlt man dann den Druck des Übels. Doch ich verirre mich schon wie-der u. heute gar in das Theoretisiren.

Neues habe ich nicht viel zu erzählen, außer daß ich bei Dr. Krobak die neue Lection übernommen u. Sontag [sic] mit Dr. Breuer im Tannhäuser war u. z. [und zwar] in der Loge der [sic] Baron H. Y. Die Aufführung sowohl von Seite des Orchester, der Regie u. theilweise der Opernsänger, war so scandalös, daß ich mit einem wahren Katzenjammer nach Hause gekommen u. geschworen so-bald nicht in die Oper zu gehen, die jetzt wahrhaftig zu einer Bude herab-gesunken ist. Labatt, der den Tannhäuser gesungen ist nicht einmal werth ge-steinigt zu werden. Eine solche Indiscretion namentlich auch von Seite Richter's ist mir noch nie untergekommen u. ich kann nur lebhaft bedauern, daß der "Siegfried" vonWagner hier aufgeführt wird. Das wird eine schöneVorstellung sein, kann mir's schon denken, besonders wenn Labatt den Siegfried singt. Das beste wäre, das Opernhaus durch die aus Bosnien zurückkehrenden Truppen beschießen zu lassen, wenigstens hätte man des Aergers ein Ende.

Wenn Sie mir die Manuscripte schicken[,] wäre mir wohl sehr lieb, daß auch ein Paar Schuhe mitgepackt werden möchten[,] ich bitte aber um gutes Leder u. ziemlich bequem, doch ja nicht zu plump.

Lebt alle recht wohl u. seid herzlich gegrüßt

Wien am 1. Oktb. Nachts 1878. Euer Hugo.

Gilbert für seine Mühe in St. Leonhard danke ich schönstens, denn in 2ter Linie habe ich doch ihm das Geld zu verdanken.

The letter can be rendered into English as follows.

Mr. Tomschegg with whom I had quite a good conversation will tell you about it tomorrow. …

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