Academic journal article German Quarterly

Mein Weg zur Literaturstraße. Ausgewählte Arbeiten eines chinesischen Germanisten

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Mein Weg zur Literaturstraße. Ausgewählte Arbeiten eines chinesischen Germanisten

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Yushu, Zhang. Mein Weg zur Literaturstraße Ausgewählte Arbeiten eines chinesischen Germanisten. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2009. 649 pp. euro68.00 hardcover.

1989 veranstaltete ich bei der AATG-Jahrestagung in Boston eine Sektion zum Thema der asiatischen Germanistik. Die drei Sprecher waren Zhang Yushu aus Peking, AnU Bhatti aus New Delhi und Teruaki Takahashi aus Tokyo. Sie waren vor zwanzig Jahren - und sind es heute noch - die führenden Germanisten in China, Inthen und Japan. Und aUe drei nahmen 1992 erneut an der AATG-Tagung teil, die diesmal in Baden-Baden stattfand. Zhang Yushu verstand sich schon damals als Vertreter einer interkultureU ausgerichteten Germanistik. Entsprechend hat er früh internationale Kontakte gesucht und lud europäische, amerikanische und asiatische KoUegen und Kolleginnen zu Tagungen nach Peking ein. Hier legt er in einem umfangreichen Band seine Stuthen zur deutschen Literatur vor, die sich vornehmlich mit dem Werk und der chinesischen Rezeption von Goethe, SchUler, Heine, Nietzsche, Stefan Zweig und Erwin Wickert beschäftigen. Wickert ist in Deutschland nicht sehr bekannt, aber er hat lange im diplomatischen Dienst in China gearbeitet, und einige seiner besten Bücher handeln vom Land der Mitte.

In einem einführenden Aufsatz schildert Zhang Yushu die Entwicklung der chinesischen Germanistik. Sie begann vor hundert Jahren, als reformorientierte Studenten sich auf europäische, vor allem deutsche Literatur beriefen, um ihren Forderungen nach mehr Freiheit und geseUschaf tlicher Mobüität Ausdruck zu verleihen. Eine erste Blütezeit der Germanistik bedeuteten die 1950er und 1960er Jahre, während der man aUerdings primär die Literatur aus der DDR rezipierte. Doch wurde damals auch viel Goethe, Schiller und Heine gelesen, und von den Autoren des 20. Jahrhunderts selbstverständlich Brecht, aber auch Stefan Zweig. Besondere Faszination hat auf die Chinesen die deutsche Liebeslyrik von Goethe bis Heine ausgeübt, weU wegen der vorherrschenden konfuzianischen Sittenlehre erotische Dinge in der eigenen Dichtung nicht direkt angesprochen werden konnten. …

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