Academic journal article Journal of Media Research

Die Zukunft der Vernetzten Welt

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Die Zukunft der Vernetzten Welt

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Der Aufschwung der neuen Medien und insbesondere der sozialen Medien haben den Anfang einer neuen Kommunikationsära geprägt. Im Herbst 1994 gingen die ersten Medien online in Europa und die Intemetnutzer wurden dem Umgang mit einer unvorstellbaren Informationsvielfalt ausgesetzt. Print versus Online ist seitdem eine zentrale Frage in der Medienbranche auf globaler Ebene1. Tatsache ist, dass das Internet täglich immer mehr Anhänger gewinnt, während klassische Kommunikationsmittel um das Überleben kämpfen. Soziale Medien beeinflussen dramatisch, auf globaler Ebene alle Bereiche der Gesellschaft und deren Macht wächst exponentiell. Heutzutage existieren an die 1.3 Milliarden aktive Facebook-Nutzer und 270 Millionen aktive Twitter-Nutzer. 4 Milliarden Videos werden täglich auf YouTube besichtigt und 60 Millionen Photos auf Instagram hochgeladen. Unter diesen Bedingungen vorhersagt eMarketer eine Steigerung von 32.7% des globalen Konsums von sozialen Medien in den nächsten vier Jahren, d.h. 2.44 Milliarden Menschen werden online sozialisieren2. Das menschliche Leben wird mehr und mehr zu einem medialen Ereignis, schlussfolgert Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur für digitale Produkte bei der Frankturter Allgemeine Zeitungf.

Was geschieht in diesem neuen Medienkontext mit Journalismus? Digitalisierung ist eindeutig das Phänomen das die Gegenwart prägt und die Zukunft bestimmt. Marc Wälder, Vorstandsvorsitzender des Schweizer Medienkonzems Ringier, äusserte sich in einem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu der aktuellen und zukünftigen Lage der Medienbranche und betont das Bedürfnis nach digitalem Journalismus, Bereich in dem Europa zwei Jahre den Amerikanern hinterherhinkt. Zeitungen werden nicht aussterben aber man muss sie auf digitalen Kanälen anbieten, meint der Medienexpert. Amerikanische Medienhäuser, wie Huffington Post, investieren schon massiv in Digitalisiemng und Auslandsexpansion und werden sich auch in Europa durschsetzen, wenn auf unserem Kontinent nicht strengere Massnahmen in dieser Richtung getroffen werden4.

Die Änderung der Medienlandschaft und der Medienkonsumgewohnheiten haben deutlich die Öffentlichkeit und den öffentlichen Meinungsbildungsprozess verwandelt. Wenn heute ein jeder von uns selbst entscheiden kann, wann, wo, wie und worüber er sich informiert, bestimmten nicht lange her die klassischen Medien, als einzelne Gatekeeper, die öffentlichen Diskussionsthemen und Journalisten waren die absoluten Meinungsführer (Schindler & Liller 2012, p. 50). Agenda Setting, Priming, Framing lagen alleine in ihrer Hand. Soziale Medien änderten das Paradigma und verwirklichten das Gmnigsche Dialogmodell der Kommunikation. Latente Teilöffentlichkeiten wurden nicht nur bewusst sondern aktiv. Nutzer beschränken sich heute nicht mehr auf Informationskonsum, ein jeder kann Inhalte generieren, öffentliche Debatten auslösen, Mikrogemeinschaften aufgrund gemeinsamer Interessen bilden und somit selbst Kritik und Kontrolle der Politik und Wirtschaft und dementsprechend Einfluss auf die Gesellschaft ausüben (siehe Pleil 2012).

Eine steigende Personalisierung der Kommunikation ist offensichtlich, ein immer höherer Grad an Spezifizität und Diversität sozialer Plattformen, was demnächst natürlich zunehmen wird. Auch langfristig ist mit einer immer grösseren Integration von Medien im Alltagsleben zu rechnen, auch wenn diese nicht unbedingt als die heutige Social Media verstanden werden, meint Ellie Wheeler, Direktor bei Greycroft Partners. Die Kommunikation der Zukunft wird sich auf die Grundlagen der heutigen sozialen Medien stützen, jedoch sehr unterschiedlich sein, voraussagt auch Otis Kimzey, Simply Measured Direktor. In 25 Jahren werden personalisierte Inhalte und Erlebnisse zum Alltag gehören; ein jeder wird selbst über Inhalt, Zeitpunkt und Informationsquellen entscheiden und sie vielleicht auf deren Projektoruhren oder Kontaktlinsen aufgreifen, behauptet der Medienprofi. Inwieweit werden jedoch die erhobenen Nutzerdaten unser Leben kontrollieren, welche Gefahren dahinten stecken, bleibt eine offene Frage5. …

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