Academic journal article German Quarterly

Einführung in Die Gedichtanalyse

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Einführung in Die Gedichtanalyse

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Burdorf, Dieter. Einführung in die Gedichtanalyse. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: J. B. Metzler, 2015. X + 289pp. euro19.95 (paperback).

Eines der für mich nützlichsten Studienwerke ist schon immer Ivo Braaks Poetik in Stichworten gewesen, in 5. Auflage 1974 erschienen, in 8. Auflage noch einmal 2001. Nun liegt uns aber, bereits in dritter Auflage, Dieter Burdorfs Einführung in die Gedichtanalyse vor, die in vielerlei Hinsicht viele derselben Informationen aufbereitet, dann aber doch wiederum andere Wege einschlägt, denn es geht dem Autor speziell darum, die Leser darin zu unterstützen, eine Orientierung bei der Gedichtanalyse zu gewinnen, weswegen das erste Kapitel auch zunächst nur die Frage erhebt, was wir eigentlich unter einem Gedicht uns überhaupt vorzustellen haben, was sehr sympathisch mit Blick auf die verschiedensten Theorien dazu seit dem 17. Jahrhundert beantwortet wird und bis zu den allerneuesten Ansätze des 21. Jahrhunderts reicht.

Das zweite Kapitel verortet das Gedicht als solches in der Sprache und eruiert sein Verhältnis zur Musik, seine Position als Klangfigur und seine Manifestation in graphischer Form. Man merkt also, dass diese Einführung weit über das lexikonartig gestaltete Buch von Braak hinausgeht. Im dritten Kapitel behandelt Burdorf die Form des Gedichtes, wobei sich notgedrungen einige Überschneidungen mit Braak ergeben, wenngleich der Autor doch wesentlich stärker reflektierend sein Thema berücksichtigt. Trotzdem ragen hier mehr mechanische Aspekte stärker hervor, insoweit als es um Versformen, das Versmaß, Strophenformen, Gedichtformen, den Aufbau des Gedichtes und die äußeren Aspekte des Gedichts, d.h. den Namen des Dichters, die Datierung, den Titel, die Widmung und das Motto geht. Besonders wertvoll erscheint mir das Kapitel zu Sprachbildern im Gedicht, was die folgenden Phänomene einschließt: Allegorie, Symbol, Vergleich, Personifikation, Metapher, Metonymie und Synekdoche und schließlich auch die Vieldeutigkeit des Gedichts, was freilich in eine andere Kategorie gehörte. Außerdem vermengt er hier die hermeneutische Komponente mit der materiellen Seite, denn ältere Gedichte sind ja meist in Fraktur gedruckt oder in älterer Sprachform geschrieben (Mittelhochdeutsch, Barock etc. …

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