Academic journal article Journal for Educational Research Online

Studienorientierung Durch Self-Assessments: Veränderung Von Einstellungen Zum Studienfach Während der Bearbeitung Eines Selbsttests

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Studienorientierung Durch Self-Assessments: Veränderung Von Einstellungen Zum Studienfach Während der Bearbeitung Eines Selbsttests

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1. Einleitung

Von allen Bachelorstudentinnen und Bachelorstudenten, die 2012 ihr Studium in der Regelstudienzeit hätten abschließen können, haben 28 % ihr Studium vorzeitig und ohne Abschluss beendet (Heublein, Richter, Schmelzer & Sommer, 2014). Die Ursache liegt mitunter an mangelnder Studienmotivation, die oft durch Studienunzufriedenheit und eine zu geringe Informiertheit vor Studienbeginn begünstigt werden kann (Heublein, Hutzsch, Schreiber, Sommer & Besuch, 2009). Wenn sich Studieninteressierte über ein Studienfach informieren möchten, ist es wahrscheinlich, dass sie auf fachspezifische oder universitätsspezifische internetbasierte Selbsttests, sogenannte Online Self-Assessments (OSA), stoßen, die als wichtiges Instrument der Studienorientierung gesehen werden (Hasenberg & Schmidt-Atzert, 2014). Diese Studienorientierung soll durch die Bearbeitung des Selbsterkundungsverfahrens und durch die immittelbare Rückmeldung an den Studieninteressierten über seine Ergebnisse im OSA geschehen. Inhalt dieser Rückmeldung kann unter anderem die Darstellung von Studieninhalten sein, die mit den erwarteten Inhalten des Studieninteressierten verglichen wird. So kann der/die Studieninteressierte seine/ihre Erwartungen über das Studienfach mit der Rückmeldung abgleichen und gegebenenfalls die Erwartung korrigieren. Auf diese Weise sollen schließlich die Einstellungen gegenüber dem Studienfach verändert werden (Hasenberg & Schmidt-Atzert, 2014). Aus Erwartungs-Wert-Modellen (z. B. Ajzen, 1991) ist bekannt, dass Erwartungen im Prozess der Einstellungsentstehung und -Veränderung eine wichtige Rolle spielen. So folgt eine positive Einstellung gegenüber einem Verhalten (etwa der Aufnahme eines Studienfaches) aus der Erwartung positiver Konsequenzen, die mit dem Verhalten verbunden sind. Deswegen ist es plausibel zu vermuten, dass auf der Grundlage des in OSA bereitgestellten Erwartungsabgleichs Einstellungen gegenüber der Studienfachwahl verändert werden. Träfe dies zu, so könnten OSA Selbstselektionsprozesse anstoßen und Beratungsangebote zur Studienorientierung ergänzen (Milbradt, Zettler, Putz, Heukamp & Hornke, 2008). Inwieweit die Rückmeldungen aus OSA diese Wirkung auf die Einstellung gegenüber einem Studienfach haben, ist bislang in der Literatur nicht ausreichend geprüft. Dieser zentralen Frage wird daher im Folgenden nachgegangen.

2. Online Seif-Assessments im Hochschulsektor

Online Self-Assessments (OSA) werden von deutschen Hochschulen immer häufiger entwickelt und eingesetzt. So waren im Jahr 2006 nur an acht Hochschulen OSA zu finden, inzwischen können mehr als 40 deutsche Hochschulen OSA vorweisen (Hasenberg, 2014). Sie können entweder fach- und hochschulspezifisch, hochschulspezifisch aber fächerübergreifend oder hochschul- und fächerübergreifend sein (vgl. Hell, 2009). Während es bei den allgemeineren OSA mit der Frage, welches Studienfach X an welcher Hochschule Y studiert werden soll, um eine breitere Orientierung für den Studieninteressierten geht, sind die spezifischen OSA auf die Klärung der Frage ausgerichtet, ob das Studienfach X an der Hochschule Y die richtige Wahl ist. Sie fokussieren demnach auf einen einzelnen Fachbereich/ Gegenstand oder eine spezifische Universität.

Des Weiteren kann man OSA nach ihrem inhaltlichen Fokus differenzieren (Heukamp, Putz, Milbradt & Hornke, 2009). So können sie sich mehr auf Informationsvermittlung über das Fach bzw. die Hochschule beziehen oder aber einen diagnostischen Schwerpunkt haben mit dem Ziel einer Eignungsanalyse.

Damit die Studienwahlabsicht beeinflusst werden kann, ist eine Rückmeldung nach Bearbeitung des OSA inhärenter Bestandteil und somit Definitionsmerkmal jedes OSA. Diese kann den Studieninteressierten Informationen über deren Passung zum Studienfach geben.

Durch die Bearbeitung eines insbesondere fachspezifischen/universitätsspezifischen OSA sollen sowohl Studieninteressierte als auch die Hochschule(n) profitieren, indem Selbstselektionsprozesse angestoßen werden, die langfristig zu einer Reduzierung der Studienabbruchquote und der Schwundquote führen sollte. …

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